Sicherheitsventil

Ein Sicherheitsventil ist eine zentrale Komponente in druckbetriebenen Anlagen und dient dem Schutz vor unzulässigen Druckanstiegen. Es öffnet bei Bedarf automatisch, sodass überschüssiger Druck kontrolliert abgeleitet werden kann. Als essenzielles Sicherheitselement eines Drucksystems unterliegt diese Art von Ventil strengen gesetzlichen Vorgaben, um seine Schutzfunktion dauerhaft sicherzustellen.

Wie funktioniert ein Sicherheitsventil?

Ein Sicherheitsventil ist so konzipiert, dass es sich bei Erreichen eines bestimmten Druckwerts automatisch öffnet. Dabei wirkt eine Federkraft dem Druck entgegen – sobald der Druck den voreingestellten Wert übersteigt, wird die Federkraft überwunden und das Ventil öffnet sich. Der überschüssige Druck kann dadurch sicher abgeleitet werden. Anschließend schließt das Ventil auch wieder selbstständig, um ein Entweichen von Medien im Normalbetrieb zu verhindern.

Arten von Sicherheitsventilen im Überblick

  • Federbelastetes Sicherheitsventil: Wird durch eine vorgespannte Feder geschlossen gehalten. Überschreitet der Anlagendruck den eingestellten Ansprechdruck, wird die Federkraft überwunden und das Ventil öffnet.
  • Gewichtsbelastetes Sicherheitsventil: Abdichtung erfolgt über ein aufliegendes Gewicht. Steigt der Druck im System über den definierten Wert, hebt er das Gewicht an und das Ventil öffnet.
  • Pilotgesteuertes Sicherheitsventil: Arbeitet mit einem zusätzlichen Steuerventil (Pilotventil), das den Öffnungsvorgang kontrolliert. Dadurch sind sehr präzise Ansprechdrücke möglich.
  • Mediumbelastetes Sicherheitsventil: Der Systemdruck übernimmt selbst die Schließkraft (= das Ventil nutzt das vorhandene Medium zur Abdichtung).
  • Thermisches Sicherheitsventil: Schützt geschlossene Systeme vor Druckanstieg durch Temperaturerhöhung, z. B. bei Flüssigkeiten in Rohrleitungen oder Behältern. Diese Ventilart ist meist kleiner dimensioniert und speziell auf thermisch bedingte Druckausdehnung ausgelegt.

Bei welchem Druck öffnet sich das Sicherheitsventil?

Ein Sicherheitsventil öffnet sich bei einem vordefinierten Druck, auch als Ansprechdruck oder Einstelldruck bezeichnet. Dieser im Vorfeld bestimmte Wert entspricht in der Regel dem maximal zulässigen Betriebsdruck der Anlage. Ist der Druck so hoch, dass das Ventil komplett offen ist, spricht man von Öffnungsdruck bzw. Abblasedruck.

Wann ist ein Sicherheitsventil notwendig?

Sicherheitsventile sind immer zwingend notwendig, sobald in einer Anlage ein Überdruck entstehen kann, der die zulässigen Betriebs- oder Konstruktionsgrenzen überschreitet. Dies betrifft insbesondere:

Wie lange darf die Zuleitung zum Sicherheitsventil maximal sein?

Die Zuleitung zwischen Druckquelle und Sicherheitsventil sollte möglichst kurz gehalten werden, um Verzögerungen im Druckausgleich zu vermeiden und eine schnelle Reaktion des Ventils sicherzustellen. Als Faustregel gilt eine maximale Leitungslänge von etwa einem Meter, die keine Bögen (Rohrbiegungen) enthalten darf. Längere Zuleitungen können die Funktionssicherheit beeinträchtigen!

Wie prüft man ein Sicherheitsventil?

Die Prüfung eines Sicherheitsventils muss in regelmäßigen Abständen durch eine fachkundige Person erfolgen und umfasst:

  1. Sichtprüfung
  2. Druckprüfung
  3. Prüfung von möglichen Lecks
  4. Funktionsprüfung

Was ist der Unterschied zwischen einem Sicherheitsventil und einem Druckbegrenzungsventil?

Ein Sicherheitsventil ist eine vorgeschriebene Schutzvorrichtung, die im Gefahrenfall einen gefährlichen Überdruck abbaut. Diese Art von Ventil ist also nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt. Im Gegensatz dazu reguliert ein Druckbegrenzungsventil den Druck einer Anlage oder eines Geräts permanent, sodass dieser bei einer Überschreitung des voreingestellten Werts kontrolliert abgeleitet wird. Es ist somit ein wichtiger Bestandteil der regelmäßigen Druckkontrolle, ersetzt jedoch keinesfalls ein Sicherheitsventil.